{"id":11376,"date":"2024-10-18T18:15:00","date_gmt":"2024-10-18T17:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/bio-pat.org\/?p=11376"},"modified":"2024-10-25T10:49:09","modified_gmt":"2024-10-25T09:49:09","slug":"fischfutter-auf-der-basis-von-algen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bio-pat.org\/en\/fischfutter-auf-der-basis-von-algen","title":{"rendered":"Fischfutter auf der Basis von Algen &#8211; Forschung an TU Berlin"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fischfutter auf der Basis von Algen: Pflanzenbasierte Alternativen zu Fischmehl<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:14px\">Von Sybille Nitsche (Technische Universit\u00e4t Berlin), Quelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/themenspeziale\/bildungundforschung\/fischfutter-auf-der-basis-von-algen-pflanzenbasierte-alternativen-zu-fischmehl-12543569.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Tagesspiegel<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\">Forschende an der TU nutzen pflanzliche Reststoffe, Bakterien und Algen, um einen Ersatz f\u00fcr Fischmehl und -\u00f6l zu gewinnen \u2013 f\u00fcr nachhaltige Aquakulturen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\">Fischfarmen waren gut gedacht: Sie sollten die Menschen weiterhin mit dem gesunden Nahrungsmittel Fisch versorgen und so die \u00dcberfischung der Weltmeere stoppen. Aber sie waren dann doch schlecht gemacht: Millionen Tonnen Fische aus Wildbest\u00e4nden wurden gefangen und zu Fischmehl und Fisch\u00f6l verarbeitet, um es dem Fischfutter in den Aquakulturen beizumischen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\">J\u00e4hrlich wird jeder f\u00fcnfte gefangene Wildfisch zu Fisch\u00f6l oder Fischmehl verarbeitet. Fische sind gesund, weil sie reich sind an den f\u00fcr Menschen lebenswichtigen mehrfach unges\u00e4ttigten Omega-3-Fetts\u00e4uren wie DHA. Indem Fischmehl oder -\u00f6l in das Fischfutter gemengt wird, wird den Fischen in den Aquakulturen das DHA zugef\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\">Am Fachgebiet <a href=\"https:\/\/www.tu.berlin\/en\/bioprocess\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bioverfahrenstechnik<\/a>, TU Berlin machte sich ein Team um Stefan Junne daran, zu erforschen, wie Fischmehl und -\u00f6l im Fischfutter ersetzt werden k\u00f6nnten, um nicht weiterhin Zuchtfische in den Fischfarmen mit Wildfischen zu m\u00e4sten. Die Idee: heterotrophe Mikroalgen. Diese sind in der Lage, Docosahexaens\u00e4ure, kurz DHA, zu synthetisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\">\u201eDoch damit die Algen das DHA produzieren, m\u00fcssen sie mit einem Substrat gef\u00fcttert werden. Das kann Zucker sein, der zum Beispiel aus Getreide wie Mais stammt. In der 2019 im US-Bundesstaat Nebraska in Betrieb gegangenen Anlage zur biotechnologischen Herstellung von DHA wird Getreide genutzt\u201c, sagt Junne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\">\u201eDa wir hier am Fachgebiet jedoch die Philosophie verfolgen, Nahrungsmittel m\u00f6glichst nicht in biotechnologischen Prozessen zu verwenden, experimentieren wir unter anderem mit Stallstroh. Denkbar sind aber auch Essensreste und andere biologische Reststoffe wie Laub oder Gr\u00fcnschnitt\u201c, erkl\u00e4rt Junne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\">Aber mit dem reinen Stallstroh k\u00f6nnen die heterotrophen Algen noch nichts anfangen. Es muss zuvor zersetzt werden. Das geschieht durch die mikrobielle Hydrolyse. Wie diese abl\u00e4uft, wird auf dem Gel\u00e4nde der \u201eufaFabrik\u201c in Berlin zu beobachten sein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hunderte von Bakterien<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\">In einem 200-Liter-Bioreaktor aus Plexiglas, einem sogenannten Pfropfenstromreaktor, werden Hunderte von verschiedenen Bakterien arbeiten \u2013 die wichtigsten sind Bazillen und Clostridien. Und \u00e4hnlich wie Rumpelstilzchen verwandeln sie das Stroh \u2013 sie zersetzen es in kurzkettige Carboxyls\u00e4uren wie zum Beispiel Essigs\u00e4ure. Diese wird abgezogen und in den Laboren des TU-Fachgebiets an die heterotrophen Algen \u201everf\u00fcttert\u201c, die es zu DHA verstoffwechseln und in ihren Zellen anreichern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\">\u201eDa wir mit <a href=\"https:\/\/cue-editor.tagesspiegel.de\/#\/main?name=Neue_Rezeptur&amp;uri=https:\/\/ccs.tagesspiegel.de\/webservice\/escenic\/content\/12541682&amp;mimetype=x-ece\/story&amp;extra=%7B%22package%22:%2258dbbe46-b7d4-40b4-b0b4-27d6a09ad43b%22%7D\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>Reststoffen arbeiten, m\u00fcssen wir die mikrobielle Hydrolyse, also die Zersetzung des Strohs durch Bakterien, der eigentlichen Synthese des DHA in den Algen vorschalten. Wir koppeln also zwei Bioprozesse\u201c, so Junne.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aus dem Labor in die Praxis?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\">Bei der mikrobiellen Hydrolyse entsteht aber nicht nur die fl\u00fcssige Essigs\u00e4ure, sondern auch eine feste Phase, ein Biod\u00fcnger, den die \u201eufaFabrik\u201c wiederum nutzt. Die Zusammenarbeit zwischen der <a href=\"https:\/\/cue-editor.tagesspiegel.de\/#\/main?name=Zum_Nutzen_der_Gesellschaft&amp;uri=https:\/\/ccs.tagesspiegel.de\/webservice\/escenic\/content\/12541349&amp;mimetype=x-ece\/story&amp;extra=%7B%22package%22:%2220590d8b-6c92-49f2-9c98-4aa37697ba59%22%7D\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.tu-berlin.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">TU Berlin<\/a> und der \u201eufaFabrik\u201c wird im Rahmen des TU-internen Forschungsprogramms \u201ePro Nachhaltigkeit\u201c gef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\">\u201eIn unserem Projekt \u201aFENA \u2013 Fischmehl und -\u00f6lersatz f\u00fcr eine nachhaltige Aquakultur\u2018 haben wir knapp vier Tonnen Fischfutterersatz auf der Basis von Algen hergestellt. Der Ersatz hatte eine Konzentration von circa 20 Prozent DHA. Die Zusammensetzung der Omega-3-Fetts\u00e4uren \u00e4hnelte damit der von kommerziellen Fisch\u00f6l- und Fischmehl-Mischungen. Das ist ziemlich gut. Die F\u00fctterungsversuche verliefen erfolgreich. Unser Ansatz, mit pflanzlichen Reststoffen und Algen DHA zu produzieren, funktioniert. Ob die Wirtschaft Interesse daran hat, diesen Bioprozess aus dem Laborma\u00dfstab in die Praxis zu \u00fcberf\u00fchren, wird sich zeigen\u201c, so Stefan Junne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\"><em>Das Fachgebiet Bioverfahrenstechnik ist Mitbegr\u00fcnder des Netwzerks <a href=\"https:\/\/bio-pat.org\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bio-PAT.<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fischfutter auf der Basis von Algen: Pflanzenbasierte Alternativen zu Fischmehl Von Sybille Nitsche (Technische Universit\u00e4t Berlin), Quelle: Tagesspiegel Forschende an der TU nutzen pflanzliche Reststoffe, Bakterien und Algen, um einen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":11381,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"_EventAllDay":false,"_EventTimezone":"","_EventStartDate":"","_EventEndDate":"","_EventStartDateUTC":"","_EventEndDateUTC":"","_EventShowMap":false,"_EventShowMapLink":false,"_EventURL":"","_EventCost":"","_EventCostDescription":"","_EventCurrencySymbol":"","_EventCurrencyCode":"","_EventCurrencyPosition":"","_EventDateTimeSeparator":"","_EventTimeRangeSeparator":"","_EventOrganizerID":[],"_EventVenueID":[],"_OrganizerEmail":"","_OrganizerPhone":"","_OrganizerWebsite":"","_VenueAddress":"","_VenueCity":"","_VenueCountry":"","_VenueProvince":"","_VenueState":"","_VenueZip":"","_VenuePhone":"","_VenueURL":"","_VenueStateProvince":"","_VenueLat":"","_VenueLng":"","_VenueShowMap":false,"_VenueShowMapLink":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-11376","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"featured_image_src":{"landsacpe":["https:\/\/bio-pat.org\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/csm_TU_Berlin_Bioreaktor_Ufa_Gelaende-1080x445.jpg",1080,445,true],"list":["https:\/\/bio-pat.org\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/csm_TU_Berlin_Bioreaktor_Ufa_Gelaende-463x348.jpg",463,348,true],"medium":["https:\/\/bio-pat.org\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/csm_TU_Berlin_Bioreaktor_Ufa_Gelaende-300x200.jpg",300,200,true],"full":["https:\/\/bio-pat.org\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/csm_TU_Berlin_Bioreaktor_Ufa_Gelaende.jpg",1080,720,false]},"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.8 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Fischfutter auf der Basis von Algen - Forschung an TU Berlin - Bio-PAT<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Fischfutter auf der Basis von Algen. 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